Tage der Industriekultur

13. – 18. August 2013

Zum  11. Mal veranstaltet die KulturRegion FrankfurtRhein/Main die Tage der Industriekultur. Mit großem Werbeaufwand werden mehr als 300 Einzel-Veranstaltungen seitens der KulturRegion koordiniert. Die Region reicht von Bingen im Westen bis Klingenberg im Osten sowie von Bad Nauheim im Norden bis Darmstadt im Süden.

Das 128-seitige Programm der Tage der Industriekultur mit über 300 Veranstaltungen in 38 Städten und Gemeinden ist kostenfrei  in den Rathäusern, Bürger- und Touristinfos und in vielen Museen der Region erhältlich. Das komplette Programm ist außerdem auf http://www.route-der-industriekultur-rhein-main.de/ verfügbar.

Als man an uns herantrat, ob wir dabei sein möchten, gab es nur eine Antwort:  „Na freilich!“ Denn jegliche Werbung, dazu noch überregional, ist uns sehr willkommen.

45.000 Programmhefte wurden gedruckt und werden verteilt. Wir dürfen wohl mit einigen zusätzlichen Besuchern rechnen, die ohne diese Veranstaltungsreihe nicht auf uns aufmerksam geworden wären. Wir werden uns also darauf vorbereiten, dass in dieser Woche – in der wir zu den gewohnten Zeiten geöffnet haben – zusätzliche Mühlenführer zur Verfügung stehen werden.

Anmerkung: Die KulturRegion hat darüber hinaus einen sehr informativen und umfangreichen Ordner mit mehr als 25 Faltblättern zu den einzelnen Regionen herausgegeben. Dieser Ordner mitsamt den Faltblättern kann zum Gesamtpreis von 6 € in der Schiffsmühle erworben werden.

Wir sind Standesamt !

StandesamtNun ist es ebenso amtlich wie einmalig: Unsere Rheinschiffsmühle kann als Ort für eine standesamtliche Trauung von den Brautpaaren gewählt werden. Das gibt es nur bei uns und sonst nirgends auf der ganzen Welt, dass man in einer Rheinschiffsmühle getraut werden kann!

Unser Bürgermeister Richard von Neumann, die beiden Standesbeamten Harald Krifka und Sigrid Luger sowie die stellvertretende Fachbereichsleiterin für Bürgerservice, Ordnung und Kultur Sabine Landau ließen sich in einem Vorgespräch in der Mühle die Möglichkeiten zeigen. Man war recht angetan von dem Ambiente, und so konnte man sich über die Details unterhalten. Gilt es doch, die Lokalität so zu gestalten, dass sie dem Anlass gerecht wird, ohne ihren eigenen Charakter der Schiffsmühle aufzugeben. Auch alle weiteren Punkte, wie z.B. angebotene Trauzeiten, Dekoration, Sitzmöglichkeiten für die Begleitpersonen, Aufsichtsdienst seitens des Schiffsmühlenverein, gebotenen Vertraulichkeit etc. wurden in angenehmer Atmosphäre besprochen und geklärt. Das Ergebnis mündete in eine Vorlage für den Magistrat, der das letzte Wort hat, einen Ort für die für Trauungen freizugeben. Diese Zustimmung wurde inzwischen gegeben.

Für die Sommermonate des laufenden Jahres wurde jeweils der erste Freitag im Monat für dieses Angebot ausgewählt. Trauungen in der Schiffsmühle sind demnach an folgenden Tagen möglich: 5. Juli, 2. August, 6. September und 4. Oktober 2013. In den Wintermonaten muss man leider auf dieses Angebot verzichten, da die Schiffsmühle bekanntlich nicht zu beheizen ist.

Der Vorstand des Schiffmühlenvereins freut sich über diese Entscheidung. Zeigt sie doch, wie sehr die Wertschätzung für dieses Projekt weiterhin wächst. Wir sehen dies als ein Zeichen des Vertrauens, aber auch als eine Verpflichtung, unsere Aufgabe auch weiterhin verantwortlich fortzusetzen.

Die Trautermine sind ausschließlich mit dem Standesamt abzustimmen.

THW hilft Schiffsmühle

Vieles hat die Schiffsmühle ja schon mitgemacht in den knapp zwei Jahren ihres Bestehens: heißeste Sommertemperaturen, klirrende Kälte, Hochwasser, Hagel und Schlagregen, Eisgang, Stürme und weitere Unbilden der Witterung und Natur. Nun kam eine neue schier unlösbar erscheinende Aufgabe auf die Mitglieder des Schiffsmühlenvereins zu: nach dem mehr als 3-wöchigen Hochwasser hat sich eine Unmenge von Schwemmmaterial vor und hinter dem Steg angesammelt – rund 150 Quadratmeter maß die Fläche an Material bei einer Dicke von bis zu einem Meter. Viele Tonnen schwer war die Mischung aus Schilf und Schlamm, Ästen sowie Baumstämmen und Baumkronen – bis hin zu einem Stammstück von mehr als 1,50 m Durchmesser. Das Ganze hatte sich durch die ständigen Wellenbewegungen so ineinander verhakt und verdichtet, dass es kaum auseinander zu reißen war. Da der Verein sich nach einigen kräftigen, jedoch leider erfolglosen Bemühungen selbst nicht in der Lage sah, dieses ganze Material zu beseitigen, musste er um Hilfe ersuchen.

Unwahrscheinlich schnell und effizient war der THW-Ortsverein Rüsselsheim zur Stelle. Vom ersten Gespräch am Sonntagmorgen (16.6.) dauerte es gerade einmal 4 Stunden bis zu einem Treffen, bei dem sich die Verantwortlichen des THW einen Überblick über die Aufgabe machten. Und nur gut eine Stunde später schon waren neun(!) Ehrenamtliche des THW unter der Leitung des Ortsbeauftragten Günter Steinmüller zur Stelle und haben kräftig angepackt. Gerade zurück von einem Hilfseinsatz in Magdeburg, stellten sie sich ohne Zögern auch dieser Aufgabe.

Mit schwerem Gerät, mit viel Körpereinsatz, mit hoher Kompetenz und darüber hinaus mit einer bewundernswerten Motivation opferten die Männer ihren Sonntag. Mit Seilzügen, Motorsägen, Staken und unter Einsatz eines Motorbootes, das die Bemühungen von der Wasserseite her unterstützte, wurden die ersten Breschen in die Fläche gebrochen. Wie viel Aufwand erforderlich war, geht allein schon daraus hervor, dass ein Stahlseil bei einer Zugbelastung von 1,7 t seinen Geist aufgab. Es musste zusätzlich ein LKW herbeigeschafft werden, der mit einer Seilwinde mit einer Zugkraft von 10 t ausgestattet ist. Erst damit war es möglich, die Insel auseinander zu reißen und das Material zum Ufer hin zu ziehen. Die Inseln waren so dicht, dass sie, wenn auch mit besonderer Vorsicht, auf der schwankenden Fläche begangen werden konnten. Dies war erforderlich, damit die Zuganker befestigt werden konnten.

Bis in den Abend hinein waren die Männer des THW unermüdlich bei der Arbeit. Sie verließen die Schiffsmühle nicht, bevor nicht der letzte Baumstamm zum Ufer gezogen war. Diesen Männern gilt ein ganz großes Lob und der Dank des Schiffsmühlenvereins. Sie wurden zum Abschluss ihrer Unterstützung vom Verein eingeladen, zu einem späteren Zeitpunkt zu einer Sonderführung in die Mühle zu kommen, um anschließend bei einem kleinen Schmaus in der Mühle den Dank noch einmal persönlich in Empfang zu nehmen. Diesen haben sie sich schwer erarbeitet und mehr als verdient.

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass auch die Ginsheimer Freiwillige Feuerwehr spontan ihre Hilfe angeboten hatte. Diese braucht nun auf Grund des Ergebnisses der Arbeit des THW nicht mehr in Anspruch genommen zu werden. Der Schiffsmühlenverein ist jedoch dankbar für das Angebot und freut sich, dass er so viel Unterstützung erfahren darf. So sagt der Vereinsvorsitzende Herbert Jack: „Es ist ein schönes Gefühl, in besonderen Fällen eine solche außergewöhnliche Unterstützung zu erfahren. Und all das von ehrenamtlichen Helfern. Das ist unendlich hoch zu bewerten!“