Geschafft – und doch nicht ganz fertig

Es wäre langweilig für unser Handwerker-Team, wenn jetzt plötzlich nichts mehr zu tun wäre. Die Technik läuft- dieses große Ziel ist erreicht.Was jetzt folgt, kann man überwiegend eher als angenehme Beschäftigung denn als Arbeit ansehen. So können noch viele kleine Details verbessert werden; insbesondere in der Didaktik und der Beschriftung in der Mühle. Auch die Dekoration soll langsam begonnen werden. Ein Schrank für die Geräte und sonstigen Kleinteile wird gebaut werden. Naja, was man halt so tut, wenn
viel Herzblut für dieses Projekt eingesetzt wurde. Da kann man nicht einfach aufhören.

Dann waren Norbert Kuhnt und Herbert Jack vor drei Wochen in Malkomes bei Bad
Hersfeld. Nach dem Fernsehbericht „Hessentipps“ wurden wir von dort angerufen:
Die Familie Eidam möchte ihre gesamte Mühle, die schon seit über 30 Jahren ruht,
ausräumen. Wir dürften uns holen, was wir brauchen können.
Alles, was man für eine Mühle braucht, ist noch vorhanden. Von all dem vielen
„Kram“ haben wir uns zur Abholung im Frühjahr reservieren lassen: einen kleinen
Plansichter, den wir noch installieren können, eine komplette Mechanik für eine
Sackhebevorrichtung und – eher zur Dekoration – ein Holz-Stirnradpaar.
Auch aus diesen Gründen können Sie davon ausgehen, dass dienstags auch weiterhin in und an der Mühle gearbeitet wird.

Ein paar Impressionen von den Aktivitäten unserer fleißigen Handwerker gibt diese Fotogalerie wieder.

Jahreshauptversammlung am Aschermittwoch

Am diesjährigen Aschermittwoch, dem 18. Februar, wird es genau sieben Jahre her sein, dass der Schiffsmühlenverein gegründet wurde. Genau an diesem Jahrestag wird der Verein seine diesjährige Jahreshauptversammlung abhalten. Im Bürgerhaus Ginsheim, wo auch seinerzeit die Gründung erfolgte.

Es ist schon beachtlich, was dieser junge Verein in den wenigen Jahren seines Bestehens auf die Beine – oder besser gesagt: aufs Wasser – gestellt hat. So kann der Vorstand auch für das vergangene Jahr über viele positive Dinge berichten. Bildlich dargestellt durch einen Film von Prof. Hans Holland, der die Aktivitäten der Handwerker im Jahr 2014 zeigt und im Anschluss an die Versammlung vorgeführt wird.

Die Jahreshauptversammlungen des Schiffsmühlenvereins sind jeweils öffentlich. Außer den Mitgliedern sind auch Freunde und Interessierte eingeladen. Eine Anmeldung für diese Versammlung ist nicht erforderlich. – Anders jedoch für das Vorprogramm: Vor der Versammlung ist, dem Aschermittwochs-Brauch entsprechend, ein gemeinsames Heringessen vorgesehen. Damit der Wirt sich vorbereiten kann, ist hierfür eine Anmeldung notwendig. Unter Tel. 0157 3705 2722. Oder an die E-Mail-Adresse info@schiffsmuehle-ginsheim.de.

Die Jahreshauptversammlung findet statt am 18. Februar 2015 im Bürgerhaus Ginsheim, Raum 2. Es beginnt um 19.30. Das Heringessen beginnt ab 18.00 Uhr.

Der Vorstand würde sich über eine rege Teilnahme sehr freuen.

Zum Stand des Ausbaus

Lange sah es so aus, als könnten unsere intensiv arbeitenden Handwerker etwa zu diesem Jahresende – oder spätestens in den beiden ersten Monaten des Neuen Jahres – die hauptsächlichen Arbeiten in der Mühle beenden. Es war geplant, dass bis dahin alle Geräte angeschlossen sind und zum Laufen Arbeiten-2014-10-cgebracht werden, und dass wir dann eine offizielle Übergabe der fertiggestellten Mühle an unsere Mitglieder und an die Bevölkerung im Rahmen einer Feier begehen können. Es hat sich jedoch gezeigt, dass insbesondere zwei wichtige Punkte Arbeiten-2014-10-ddiesen Zeitplan etwas nach hinten verlagern.

Zum einen stellt das Sicherheitskonzept erhöhte Anforderungen. Wir müssen absolut sicher sein, dass sich unsere Besucher nicht verletzen können. Auch nicht aus Fahrlässigkeit. Daher müssen alle beweglichen Teile so verkleidet oder geschützt werden, dass niemand in die beweglichen Teile hineingreifen kann. Andererseits sollen aber auch diese Schutzvorrichtungen den Gesamteindruck nicht allzu sehr beeinträchtigen. Insbesondere auf dem Mahlboden – also auf der Ebene, wo Walzenstühle und Steinmahlgang aufgestellt sind – müssen wir diese beiden Ansprüche berücksichtigen.

Daher werden wir auf dieser Ebene mit Abtrennungen aus Sicherheitsglas arbeiten, während wir ansonsten, wie bereits zum großen Teil montiert, überwiegend mit Holzgeländern arbeiten. Die Beschaffung des Sicherheitsglases zu bezahlbaren Konditionen und auch die Verarbeitung sind wiederum Aufgaben, die für uns neu sind und uns erneut fordern.

Weiterhin mussten wir noch feststellen, dassArbeiten-2014-10-b die aus Holz gearbeiteten 155 Kämme
(= Zähne) des Königsrades teilweise morsch sind oder gar schon gebrochen sind. Daher müssen sie komplett erneuert werden. Also muss das hierfür erforderliche Holz aus Hainbuche beschafft werden, ein Holz, das in der erforderlichen Stärke nicht so ohne weiteres zu bekommen ist. Alsdann muss Arbeiten-2014-10-ajeder Kamm einzeln von Hand geschnitten und mit der Säge geformt werden. Viele Schnitte sind erforderlich, bis ein Kamm seine Form hat. Dann wird er eingepasst und mit ebenfalls von Hand zugeschnittenen Keilen aus Eichenholz befestigt. Alleine diese Arbeit wird unsere zwei Schreiner mindestens bis in den März hinein beschäftigen, wobei sie davon ausgehen, dass die Dienstage alleine nicht ausreichen, und dass sie Sonderschichten einlegen werden.

Alle anderen Arbeiten, wie z.B. die Anbindung der noch nicht angetriebenen Geräte, laufen parallel und planmäßig weiter und werden rechtzeitig mit dem Ende der genannten Aufgaben zu erledigen sein. Dann kann die beabsichtigte Feier terminiert werden. Hierüber werden Sie rechtzeitig informiert.

Es ist immer wieder beachtlich, wie unsere Handwerker mit diesen stets neu auftretenden Aufgaben und Schwierigkeiten umgehen und nicht nur die Probleme erkennen, sondern vor allem die Lösungen erarbeiten und umsetzen.

Da ich nicht, wie sonst jeder „normale“ Besucher, nur die Lösungen sondern vor allem auch die Überlegungen und Schritte dorthin mit verfolgen kann, ziehe ich als Chronist dieses Geschehens bei jedem Aufenthalt in der Schiffsmühle innerlich den Hut vor dieser Leistung und vor denen, die sie vollbringen.

Ich hoffe, dass auch Sie in Kürze diese Neuigkeiten mit eigenen Augen sehen möchten und verbleibe bis dahin mit den besten Grüßen

Ihr

Herbert Jach
Herbert Jack