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Las Vegas am Rhein

Die Möglichkeit, in der Schiffsmühle den Bund fürs Leben zu schließen, hat sich inzwischen in der gesamten Region herumgesprochen. Die dafür reservierten Termine (jeweils am ersten Freitagvormittag in den Sommermonaten) werden stark nachgefragt – meistens werden dann drei standesamtliche Trauungen im Stundentakt abgewickelt. Trotzdem ist jede einzelne Feier sehr individuell – mal mit vielen, mal mit wenigen Gästen, mit einer ungewöhnlichen Dekoration, Spalierstehen am Steg, anschließendem Sektumtrunk oder gar mit einem zünftigen Frühstück im Freien – es gibt viele Ideen, diesen besonderen Tag am Rheinufer zu feiern.

Natürlich entstehen dabei auch zahlreiche Erinnerungsfotos. „Wir durften heute in der Schiffsmühle eine Hochzeit fotografieren“, kommentierte hinterher ein professionelles Fotostudio. „Das Ambiente ist Klasse. Auch das Museum lohnt auf jeden Fall einen Besuch.“

Am 26.06.2026 gab es um 16.26 Uhr einen Sondertermin für das Brautpaar Imdat und Neriman Ercan, die eine seltene Zahlenkombination aus Datum und Uhrzeit als Wunschtermin gewählt hatten. Da zu diesem Zeitpunkt die zuständigen Standesbeamtinnen bereits Feierabend hatten, musste der Bürgermeister Thorsten Siehr höchstpersönlich einspringen, um kraft seines Amtes die Trauung zu vollziehen. Auch solche Sonderwünsche werden nach Möglichkeit berücksichtigt.

Dass der 26. Juni ausgerechnet der heißeste Tag des Jahres werden sollte, konnten die beiden nicht ahnen. So gab es gleich zwei neue Rekorde an diesem Tag in der Mühle: Mehr als 50 Gäste schwitzten bei mehr als 50 Grad Celsius auf dem Getreideboden. Diese wirklich „heiße“ Zeremonie werden alle Beteiligten nicht so schnell vergessen …

 

Maja K on board – Soul, Jazz und Groove in der Schiffsmühle

In der bis auf den letzten Platz ausverkauften Schiffsmühle erlebten die Besucher am 4. Juli ein Highlight unseres diesjährigen Kulturprogramms: Die Band Maja K brachte Musik mit Substanz und Bewegung auf den Getreideboden. Mit einem Repertoire aus größtenteils eigenen Kompositionen der schwedisch-amerikanischen Sängerin und Songwriterin Maja Sidebaeck verband sie Klänge von emotionaler Tiefe mit der Energie tanzbaren Grooves.

Majas schwedische Wurzeln bringen eine Vorliebe für melancholische Melodien mit sich, die in Kombination mit ihren musikalischen Erfahrungen in ihrem Jazz-Studium in New York und der dortigen Jazz-Szene einen ganz eigenen Sound geschaffen hat. Dieser bildet das Fundament für ihre Kompositionen und Arrangements – anspruchsvoll und authentisch.

Vier erfahrene und vielseitige Musiker begleiteten Majas filigrane  Performance. Frank Zinkant und Ina Burger an der Gitarre, Steffen Lehmann mit Trompete und Gesang, und Frank Vollet an den Percussions produzierten einen Sound, der von technischer Brillanz und entspanntem Understatement lebte.

Erst gegen Ende des zweiten Teils brachte Maja Sidebaek mit ihrer Interpretation des Songs „Kiss“ von Prince einen Tribut an die gängige Popmusik – sonst war alles „hausgemacht“. Danach forderte und bekam das begeisterte Publikum noch mehrere Zugaben, bevor man sich im milden Abendlicht beschwingt auf den Heimweg machte.

Deutscher Mühlentag 2026

Vielleicht waren die hochsommerlichen Temperaturen schuld daran, dass der Besucherstrom am Deutschen Mühlentag nicht ganz so stark war wie im letzten Jahr. Immerhin füllten sich nach einem etwas zähen Start allmählich die schattigen Biertische unter den Pavillons. Bratwurst und kühle Getränke waren sehr begehrt, während Kaffee und Kuchen weniger gefragt waren. Die musikalische Untermalung des Ganzen hielt sich dezent im Hintergrund und verschaffte genügend Raum für anregende Gespräche.

Auch in der Schiffsmühle drängten sich die interessierten Mühlenfreunde aus nah und fern, so dass mehrere Gruppen gleichzeitig durch die Anlage geführt werden mussten. Als besonders Highlight erlebten sie anschließend auf dem Getreideboden eine hochinteressante Präsentation unseres Gastes aus den Niederlanden, dem international anerkannten Experten für Windmühlen Petro van Doorne – hier sein Bericht.