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Deutscher Mühlentag 2026

Vielleicht waren die hochsommerlichen Temperaturen schuld daran, dass der Besucherstrom am Deutschen Mühlentag nicht ganz so stark war wie im letzten Jahr. Immerhin füllten sich nach einem etwas zähen Start allmählich die schattigen Biertische unter den Pavillons. Bratwurst und kühle Getränke waren sehr begehrt, während Kaffee und Kuchen weniger gefragt waren. Die musikalische Untermalung des Ganzen hielt sich dezent im Hintergrund und verschaffte genügend Raum für anregende Gespräche.

Auch in der Schiffsmühle drängten sich die interessierten Mühlenfreunde aus nah und fern, so dass mehrere Gruppen gleichzeitig durch die Anlage geführt werden mussten. Als besonders Highlight erlebten sie anschließend auf dem Getreideboden eine hochinteressante Präsentation unseres Gastes aus den Niederlanden, dem international anerkannten Experten für Windmühlen Petro van Doorne – hier sein Bericht.

Verein zieht Bilanz und stellt Programm vor

Die 18. Mitgliederversammlung des Schiffsmühlenvereins Ginsheim fand am 4. März im Bürgerhaus Ginsheim unter dem Vorsitz von Dr. Steffi Schlott statt, die nicht erneut kandidierte. 38 stimmberechtigte Mitglieder waren anwesend und die Versammlung damit beschlussfähig.

Zu Beginn gedachten die Anwesenden der in den vergangenen Monaten verstorbenen Mitglieder.

In seinem Grußwort dankte Bürgermeister Thorsten Siehr dem Vorstand und den aktiven Mitgliedern für ihr großes Engagement. Der Austausch mit dem Vorstand sei insbesondere im Hinblick auf die geplante SKU 2029 sowie die personelle und technische Unterstützung des Vereins eng und konstruktiv. Er versprach, gemeinsam mit dem Vorstand nach Lösungen zu suchen und die Zusammenarbeit fortzuführen.

Dr. Steffi Schlott stellte den Tätigkeitsbericht für 2025 vor. Die Mitgliederzahl blieb mit 255 nahezu konstant. Die Schiffsmühle verzeichnete 1.495 Besucher, darunter 140 Jugendliche und zehn Schulklassen. Zudem fanden elf Trauungen sowie zahlreiche Kulturveranstaltungen statt.

Mühlenwart Hubert Weißbrich berichtete über Wartungs- und Handwerksarbeiten. Schatzmeister Dr. Harald Schlott präsentierte den Kassenbericht mit einem positiven Ergebnis, begünstigt durch höhere Eintrittsgelder, Zinseinnahmen und geringe Reparaturkosten.

Ursel Lux würdigte Dr. Steffi Schlott im Namen des Vorstandes und der Mitglieder für ihre vierjährige Amtszeit als 1. Vorsitzende.

Die turnusgemäße Vorstandswahl wurde nach einstimmigem Beschluss per Akklamation von Franz-Josef Eichhorn durchgeführt. Gewählt wurden: Dr. Harald Schlott (1. Vorsitzender), Jochen Frickel (2. Vorsitzender), Ursel Lux (Schriftführerin) und Wolfgang Faßbender (Schatzmeister). Beisitzer sind Hubert Weißbrich, Knut Gebhardt und Franz-Josef Eichhorn.

In seinem Schlusswort dankte Harald Schlott für das Vertrauen. Die kommenden zwei Jahre seien anspruchsvoll, da der Übergang der Verantwortung für die Schiffsmühle an eine jüngere Generation vorbereitet werden müsse. Schwerpunkte sieht er in der technischen Erhaltung der Mühle, der Unterstützung des Mühlenwarts, der Stärkung der Handwerkerbasis sowie der Gewinnung neuer Mühlenführer. Wichtig seien zudem die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und eine stärkere Öffentlichkeitsarbeit, etwa bei der Messe m3 und über Social Media, um jüngere Zielgruppen zu erreichen.

Mühlengeburtstag mit Wein-Lese

Bis auf den letzten Platz ausgebucht war die Schiffsmühle am 29. September. Das Konzept, den traditionellen Mühlengeburtstag in kleinerem Rahmen und vorwiegend für die Mitglieder auszurichten, hatte sich schon in den letzten Jahren bewährt.

Ein weiteres Mal hatte der Schiffsmühlenverein die Geburtstagsfeier mit einer Veranstaltung seiner Reihe Kultur in der Mühle verbunden und die Ginsheimer Müllerstochter und Autorin Gertraud Lindemann zu einer Lesung eingeladen. Neben amüsanten Mundartgeschichten aus Ginsheim und Umgebung, welche die Gäste immer wieder zum Schmunzeln verführten, brachte sie auch Kindheitserinnerungen aus dem Tagebuch ihres Vaters Hans Ittner mit, die sie in ihrem neuen Buch mit dem Titel „Sellemols un Heitzudach“ (früher und heute) veröffentlich hat.

Als ideale Ergänzung dazu präsentierte der Winzer Hartmut Zimmermann aus Ludwigshöhe eine Auswahl seiner rheinhessischen Weine, und Spundekäs´ mit Brezelchen rundete die Sache ab.  Sowohl die flüssige als auch die geistige Nahrung kam bei den Besuchern sehr gut an, so dass man auch für das kommende Jahr eine ähnliche Veranstaltung ins Auge fassen wird.

Der „Mühlengeburtstag“ erinnert an den Tag, an dem die Schiffsmühle von der Werft in Speyer an ihren Liegeplatz bei Ginsheim verbracht wurde. In diesem Jahr jährte er sich bereits zum 14. Mal.