Der Ponton der alten Schiffsmühle schwimmt noch!

Wir wissen ja schon recht viel über die Geschichte unserer alten Schiffsmühle, die in den Jahren 1892 gebaut und im Jahre 1895 mit damals sehr modernen Geräten ausgestattet wurde.

Der Mühlenaufbau ist bekanntlich durch Bombeneinwirkung in der Nacht vom 27. auf den 28. Februar 1945 komplett abgebrannt. Hiervon ist nichts erhalten geblieben. Bezüglich des Verbleibs des aus Eisen zusammengenieteten Pontons zu dieser alten Schiffsmühle konnten wir aber bislang nicht zuverlässig antworten, in dieser Beziehung waren uns seither nur Gerüchte zu Ohren gekommen. Somit hatten wir nur fragmentarisch aus verschiedenen Schilderungen von Besuchern zusammenstellen können: der Rumpf hat den Angriff überstanden, da er ja aus Eisen bestand. Auf diesem Schiffsponton soll angeblich nach dem Krieg wieder ein neues Gebäude aufgestellt worden sein.

In der Schiffsmühlen-Info vom Dezember 2015 haben wir einen Zeitungsausschnitt wiedergeben können, den uns Frau Jutta Ries-Leitermann aus Mainz zugeschickt hat. Dieser Zeitungsbericht aus dem Jahr 1963 sagt zuverlässig aus, dass das Schiff samt einem neuen Aufbau in den Jahren zuvor nach St. Goar verbracht worden war. Sofort nach Erhalt dieser Neuigkeit habe ich mich an Franz-Josef Schwarz, Stadt-Archivar in St. Goar, gewendet, von dem weitere Auskunft vorliegt.

Auf die Veröffentlichung in unserer Schiffsmühlen-Info meldete sich unser Mitglied Norbert Rauch aus Flonheim, um uns seine weiteren Kenntnisse in dieser Angelegenheit mitzuteilen. Er sagte, dass das Haus sich wohl in Beinheim im Elsass, also in Frankreich, befinde, wo es heute von dem Motor-Yacht-Club Baden-Baden genutzt werde. Unser Mitglied Jürgen Petry aus Mainz, der als jahrzehntelanger Schiffs-Versicherer (fast) jeden Kieselstein zwischen Basel und Rotterdam kennt, machte weitere Recherchen. Auch ich klemmte mich hinter das Thema, sprach mit dem Ehren-Präsidenten des Motor-Yacht-Clubs Baden-Baden Florian Kaiser und mit dem Präsidenten Horst Jehle. Beide bestätigten in Telefongesprächen am 18. Dezember 2015, dass der Club das Objekt, also Ponton mit Aufbau, im Jahr 1968 gekauft hat. Florian Kaiser hat selbst die Überführung von St. Goar nach Iffezheim begleitet. Getrieben von meiner Neugier, fuhr ich am 21. Dezember 2015 mit meiner Frau nach Beinheim. Das mussten wir sehen und eventuell noch offene Fragen klären. Aus all dem kann nun Folgendes zusammengefasst werden:

Schon im Jahr 1946 hat die Reederei Bossmann einen neuen Aufbau aus Holz erstellt und diesen über mehrere Jahre hin etwa in der Höhe des heutigen Hotel Hyatt auf dem Rheinstrom in Mainz als Bürogebäude genutzt. Das Aussehen war beträchtlich geändert: das Haus hatte nunmehr ein weniger geneigtes Dach. Hierdurch gewann man eine Etage, die über einen Umlauf zu erreichen war. Verständlicherweise wurden keine Wasserräder mehr angebracht.

Nebenbei bemerkt: die Firma Bossmann wurde als Reederei sowohl von den Franzosen als auch von den Amerikanern bevorzugt behandelt, da sie die Schiffe, die ja fast alle zerstört oder geflutet waren, wieder betriebsfähig machen konnte. Die Schiffe wurden von den Besatzern dringend für Transportzwecke gebraucht. (Am leichtesten waren die meisten der von den Schiffern – befehlsgemäß – selbst gefluteten Schiffe wieder zu heben, da die Schiffer vorsorglich darauf geachtet hatten, dass die Schiffe beim Fluten möglichst wenig beschädigt wurden.)

Das komplette Büroboot wurde ca. 1956 an die Firma Bachmann & Johanny, Schiffs- und Maschinenbau St. Goar o.H.G. verkauft und in den Rheinfelshafen von St. Goar. verbracht. Es diente dort ebenfalls als Bürogebäude. Der letzte Inhaber dieser Firma, Peter Bachmann, verkaufte es im Jahr 1968 an den Motor-Yacht-Club (MYC) Baden-Baden. Das Schiff wurde in der Sandbachmündung in Iffezheim vertäut.

Dort konnte es allerdings nur bis 1973 bleiben. Durch den Bau der Staustufe Iffezheim musste der Hafen aufgegeben werden. Aufgrund mangelnder Möglichkeiten am deutschen Ufer zog der Club im April 1973 mitsamt Steganlage und Clubschiff auf die gegenüberliegende Rheinseite: nach Beinheim in Frankreich.

Dem MYC war schon beim Kauf bekannt, dass das zu dieser Zeit 76 Jahre alte Schiff nicht mehr „seefest“ (O-Ton in der Chronik vom MYC) war, was durch eine Ultraschall-Untersuchung bestätigt wurde. Eine gründliche Sanierung war erforderlich. Insbesondere musste der gesamte Rumpf von unten her bis über die Wasserlinie mit 6 mm starkem Stahl-blech aufgedoppelt werden. Weitere Wünsche wurden auf ihre mögliche Durchführung geprüft, wie etwa der Einbau eines Öl- und eines Fäkalientankes, von WCs und Duschen, etc. All dies konnte aus finanziellen Gründen erst im Jahr 1982 durchgeführt werden. Wegen der Zollvorschriften konnte dies nicht in Frankreich erfolgen, sondern das Boot musste in eine deutsche Werft.

Das Hausboot wurde dann drei Jahre später zu einem modernen und gemütlichen Clubschiff ausgebaut. Rechtzeitig zum 35-jährigen Jubiläum des MYC wurde das Clubrestaurant im Jahr 2000 noch einmal sehr aufwändig und komplett erneuert.

Zwei Dinge geben Sicherheit, dass es sich wirklich um „unser“ altes Mühlschiff handelt: Zum einen die nunmehr lückenlose Geschichte. Zum anderen das Aussehen dieses inzwischen 124 Jahre alten Eisenschiffes in seiner genieteten Ausführung.

Es ist schön, dass wir jetzt viel mehr über „unser“ altes Mühlenschiff wissen. Und die Leute vom MYC freuen sich, dass sie nun die gesamte Geschichte ihres Boots-Unterbaues kennen, von der ihnen bis dato nur die Zeit ab 1968 näher bekannt war. Diese Anlage und der MYC Baden-Baden waren im Jahr 2016 eines der Ziele bei einem Ausflug des Schiffsmühlenvereins in das Elsass.

Zur Vollständigkeit sollen die in diesem Bericht fehlenden Jahre von 1892 bis 1945 angefügt werden:

1892: Bau des Schiffs und der Mühle für die Familie Dofflein in Gernsheim
1895: Einbau moderner Geräte durch die Firma Bühler, Uzwil/Schweiz
1898: Versteigerung der Schiffsmühle und Erwerb durch die Familien Stahl und Volz aus Ginsheim. Verbringung des Schiffes nach Ginsheim.
1898 bis 1928: Die Schiffsmühle mahlt Roggen und Weizen im Hauptstrom des Rheins
1928: Stilllegung der Schiffsmühle. Sie wird zunächst in den Ginsheimer Altrhein verlegt.
1934: Der Freistaat Hessen und die Stadt Mainz erwerben die Anlage in der Absicht, sie zu einem Museum auszubauen. Schließlich handelt es sich um die letzte Schiffsmühle, die auf dem Rhein gearbeitet hat. Verbringung der Schiffsmühle in den Winterhafen der Stadt Mainz. (Anmerkung: der Plan eines Museums wird nicht realisiert; das Haus beherbergt eine Wohnung.)
27. Februar 1945: Der Aufbau brennt bei dem großen Bombenangriff auf Mainz aus und wird total zerstört. Lediglich der eiserne Ponton bleibt erhalten.

Herbert Jack

 

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Jahreschronik 2015 als Video

Unser Mitglied Hans Holland hat auch im abgelaufenen Jahr 2015 wieder alle wichtigen Ereignisse rund um die Schiffsmühle mit seiner Filmkamera festgehalten. Herausgekommen ist eine 20-minütige Dokumentation, die Sie sich unbedingt anschauen sollten – schon allein wegen der spektakulären Luftaufnahmen, die zu Beginn zu sehen sind. Klicken Sie auf den Startpfeil und lassen Sie sich überraschen!

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德國金斯海姆鎮–船磨

船磨是一項金斯海姆鎮數百年以來的傳統,曾經最多有21座船磨同時在水流中運作,直到19世紀以前,這些船磨是放在萊茵河Altrhein水域之中,之後則被移到萊茵河的主流,自此穀物及磨製品都是用小船往來於磨坊載送,過程非常辛苦。

但萊茵河船隻的交通量增加,帶來了大問題,由於船磨剛好位於前往下游船隻的必經之處,因此,像是磨坊因槳輪氣船行經所引發的波浪衝擊卡死而沈沒的意外事故一再發生。

值得一提的是,直至1928年,萊茵河的最後一座船磨尚於金斯海姆鎮運作,1930年代它被移往美茵茲佈置為磨坊博物館。這座萊茵河的最後一座船磨於1945年遭炸彈炸毀,今日已不復存在。

船磨的重建,不僅重現出昔日艱難的磨坊工藝,也重現出了前人如何合宜地運用簡單的工具制定出令人驚嘆的解決之道。

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德国金斯海姆镇–船磨

船磨是一项金斯海姆镇数百年以来的传统,曾经最多有21座船磨同时在水流中运作,直到19世纪以前,这些船磨是放在莱茵河Altrhein水域之中,之后则被移到莱茵河的主流,自此谷物及磨制品都是用小船往来于磨坊载送,过程非常辛苦。

但莱茵河船只的交通量增加,带来了大问题,由于船磨刚好位于前往下游船只的必经之处,因此,像是磨坊因桨轮气船行经所引发的波浪冲击卡死而沉没的意外事故一再发生。

值得一提的是,直至1928年,莱茵河的最后一座船磨尚于金斯海姆镇运作,1930年代它被移往美茵兹布置为磨坊博物馆。这座莱茵河的最后一座船磨于1945年遭炸弹炸毁,今日已不复存在。

船磨的重建,不仅重现出昔日艰难的磨坊工艺,也重现出了前人如何合宜地运用简单的工具制定出令人惊叹的解决之道。

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Mord und Totschlag in der Schiffsmühle

Es ist ein schwül heißer Nachmittag, Anfang September 1898. In einer Ginsheimer Schiffsmühle hantieren zwei schwitzende Mühlburschen an den Walzenstühlen. Ein Gewitter zieht auf – der Donner grollt bedrohlich. Plötzlich hören die beiden Burschen einen markerschütternden Schrei, der aus der Nachbarmühle kommt und ihnen das Blut in den Adern gefrieren lässt. Wenig später entdecken sie dort die Leiche eines Müllermeisters, zerquetscht von den Zahnrädern seines Mahlstuhls.

CoverEs ist die erste Leiche, die im kürzlich erschienenen Heimatkrimi „Die Kraft des Stromes“ serviert wird. Es bleibt – so viel darf verraten werden – nicht die einzige. Mörderische Zeiten waren das eben – zumindest in der Phantasie des Autors und Mühlenführers Jochen Frickel. Die Handlung ist natürlich rein fiktiv – real ist aber der sorgfältig recherchierte soziale und wirtschaftliche Hintergrund, vor dem sich das Ganze abspielt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kamen die Schiffsmühlen zunehmend in Bedrängnis, weil sie einerseits mit der Konkurrenz der neuartigen Dampfmühlen zu kämpfen hatten und andererseits dem wachsenden Schiffsverkehr auf dem Rhein im Wege waren. Genügend Konfliktstoff also für eine spannende Krimihandlung.

Der Autor möchte aber nicht nur unterhalten, sondern gleichzeitig auch Wissen vermitteln – zur Heimatgeschichte im Allgemeinen wie zur Geschichte der Ginsheimer Schiffsmühlen im Besonderen. So erfährt der Leser ganz nebenbei, wie die letzte Rheinschiffsmühle – das Vorbild unserer heutigen Museumsmühle – nach Ginsheim kam.

Das Buch ist somit das passende Weihnachtsgeschenk für alle Freunde unserer Schiffsmühle und für jeden historisch interessierten Leser in der Region. Es kann in der Schiffsmühle während der normalen Öffnungszeiten sowie an unserem Stand auf dem Ginsheimer Weihnachtsmarkt zum Preis von 9,80 € erworben werden. Der Reinerlös (nach Abzug der Druckkosten) kommt in vollem Umfang unserem Verein zugute. Weitere Bezugsquellen sind im Internet unter www.frickel-net.de aufgeführt. Dort kann auch eine kostenlose Leseprobe heruntergeladen werden.

Übrigens – wie man hört, arbeiten derzeit zwei weitere bekannte Heimatautoren an neuen Romanen, in denen ebenfalls eine Schiffsmühle das Szenario für geheimnisvolle Vorgänge abgibt. Man darf gespannt sein, zu welchen aufregenden Geschichten sie die besondere Atmosphäre eines Mühlenschiffes inspiriert hat.

Wir – der Verein Historische Rheinschiffsmühle Ginsheim – sehen es als ein besonderes Kompliment an uns an, dass unsere Schiffsmühle auch in den Kreisen der Literaten so viel Beachtung erhält.

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