Einen nicht alltäglichen Weg zur Schiffsmühle hatte eine Gruppe gewählt, die uns Ende Mai besuchte: Mit 25 Kajaks waren Wassersportfreunde aus Pfungstadt von Erfelden bis zur Ginsheimer Altrheinmündung gepaddelt. Nachdem die Boote sicher auf die Rampe gezogen waren, konnten sie sich auf eine Führung freuen. Für den Rückweg allerdings wurden die Boote auf einen Anhänger verladen, und die Besucher durften in einem Bus Platz nehmen.
Anreise per Paddelboot
11. Jahreshauptversammlung des Schiffsmühlenvereins
Gut besucht war auch in diesem Jahr wieder die Mitgliederversammlung des Vereins Historische Rheinschiffsmühle Ginsheim e.V. am 18. Februar. Bereits eine Stunde vor dem offiziellen Beginn hatten sich zahlreiche Mitglieder im Bürgerhaus eingefunden, um beim traditionellen Heringsessen gemütlich miteinander zu plaudern.
In seinem Rückblick auf das Jubiläumsjahr 2018 zog der Vorsitzende Herbert Jack eine positive Bilanz. Die zahlreichen Veranstaltungen erfreuten sich eines regen Zuspruchs, was insbesondere für den Deutschen Mühlentag (Pfingstmontag) galt, der die freiwilligen Helfer an die Grenzen ihrer Einsatzbereitschaft brachte. Jack dankte allen Helfern, den Besucherbetreuern, Mühlenführern und Handwerkern für ihr Engagement, das sich für das vergangene Jahr in mehr als 3000 ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden wiederspiegelt.
Für die Handwerker berichtete der Zweite Vorsitzende, Robert Kammer, von den Fortschritten beim weiteren Ausbau und der optischen Verbesserung der Schiffsmühle, wie auch von einigen ungeplanten Reparaturarbeiten.
Die Finanzen des Vereins sind weiterhin solide, wie der Schatzmeister Wolfgang Faßbender in seinem Bericht feststellte. Trotz kostspieliger Reparaturen konnte ein leichter Überschuss erwirtschaftet werden.
Da Wolfgang Faßbender nach dreijähriger Tätigkeit aus persönlichen Gründen sein Amt zur Verfügung gestellt hatte, musste ein neuer Schatzmeister gewählt werden. Nach seiner Einweisung übernimmt nun Harald Schlott (bisher Schriftführer) dieses Amt. Die Rolle des Schriftführers wird bis zu einer Neuwahl im nächsten Jahr kommissarisch von Jochen Frickel wahrgenommen.
Rund 60 Mitglieder aus der Anfangszeit des Vereins feiern in diesem Jahr ihre 10-jährige Vereinsmitgliedschaft. Sie wurden vom Vorsitzenden mit der Übergabe einer Urkunde sowie des Glücksymbols der Müller, dem Kleiekotzer, geehrt.
Der Ausblick auf die Veranstaltungen des laufenden Jahres, den Jack abschließend präsentierte, lässt einiges erwarten. So wird die Reihe „Kultur in der Mühle“ fortgesetzt, unter anderem mit Klezmer-Musik, einer Lesung, einer Filmvorführung und dem Auftritt eines bekannten Mainzer Fastnachtsidols. Interessant werden auch die Tage der Industriekultur, die dieses Jahr unter dem Motto „Baukultur“ stehen. Gleich zwei Fachvorträge zu diesem Thema wurden angekündigt. Natürlich gibt es auch wie jedes Jahr wieder die Feiern zum Deutschen Mühlentag und zum 8. Geburtstag der Schiffsmühle. Das vollständige Programm liegt ab sofort in den Bürgerbüros der Mainspitzengemeinden aus.
Die Mühle wird immer schöner
Unsere tüchtigen Handwerker haben sich im Jubiläumsjahr 2018 hauptsächlich mit der weiteren Ausgestaltung der Randbereiche beschäftigt. Was sie geschaffen haben, verdient höchste Anerkennung. Die handgefertigten Möbel fügen sich harmonisch in die Umgebung ein, bieten zusätzlichen Stauraum und wirken so, als würden sie schon immer dazugehören.
Ein großes Dankeschön an alle, die daran beteiligt waren!
- Perfekte Lösung auf dem Getreideboden. Die Vitrinen-Unterschränke verbergen Bänke und Tische für Festivitäten.
- In den Glasvitrinen können passende Exponate, z.B. typische Müllereiprodukte, übersichtlich präsentiert werden.
- Eine Videoinstallation verschafft interessierten Besuchen vertiefte Einblicke nach einer Führung.
- Zeitgemäße Lattentüren verbergen Kühlschränke, Besen und anderes Gerät.
- Vorbildliche Ordnung im Werkstattbereich.
Ausgezeichnet für ausgezeichnete Leistung
Das Bestreben unseres Vereins, das technische, wirtschaftliche und soziale Umfeld eines ehemals bedeutenden Gewerbes umfassend darzustellen, wurde jetzt auch durch die hessische Landesregierung angemessen gewürdigt. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde übergab Staatssekretär Michael Bußer im Auftrag von Ministerpräsident Volker Bouffier die Auszeichnung „Initiative des Monats“ an den zehn Jahre jungen Verein. Mit dieser Auszeichnung wird das Engagement von Vereinen, privaten Initiativen, Stiftungen oder Unternehmen anerkannt, die in besonderem Maße im öffentlichen Interesse tätig sind.
In seiner Laudatio stellte der Vertreter der Landesregierung das aktuelle Thema „Gesellschaftlicher Zusammenhalt“ in den Mittelpunkt. Dieser Zusammenhalt könne nur gesichert werden, wenn es immer wieder Leute gibt, die mehr tun als sie eigentlich müssten. „Sie haben etwas geschaffen, was den Menschen Freude bereitet, und damit die Welt ein kleines bisschen besser gemacht“, sagte Bußer.
Unter den Gästen der kleinen Feier auf der Schiffsmühle befanden sich neben rund 30 aktiven Vereinsmitgliedern auch der Landrat des Kreises Groß Gerau, Thomas Will (SPD), der Bürgermeister von Ginsheim-Gustavsburg, Thies Puttnins-von Trotha (parteilos), und die Landtagsabgeordete Sabine Bächle-Scholz (CDU). Alle drei – übrigens allesamt Vereinsmitglieder – betonten in ihren Grußworten ihre emotionale Verbundenheit mit der Schiffsmühle, die inzwischen zu einem Wahrzeichen der Stadt und zu einer bedeutenden Attraktion der gesamten Region geworden sei.

Staatssekretär Michael Bußer übergibt die Urkunde an Herbert Jack, den Vorsitzenden des Schiffsmühlenvereins
Grüße und Glückwünsche überbrachten auch Harald Hoppe, Vorstandsmitglied im Hessischen Landesverein zur Erhaltung und Nutzung von Mühlen (HLM) e.V., der von den hohen jährlichen Besucherzahlen beeindruckt war, sowie Klaus Metzger, Vorsitzender des Sport- und Kulturgemeinde Ginsheim, der in Anbetracht des derzeitigen Niedrigwassers der Schiffsmühle „immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel“ wünschte.
Die Auszeichnung „Initiative des Monats“ ist mit einer Zuwendung in Höhe von 500 € verbunden, die der Verein gut brauchen kann. Die dazugehörige Urkunde wird mit Sicherheit einen Ehrenplatz in der Schiffsmühle bekommen.
ADAC-Radtour: Von der Schiffsmühle zum Riesling
Rund 60 Teilnehmer der ADAC-„Radtour zum Riesling“ legten heute, am 29. Juli, einen kurzen Zwischenstopp an unserer Schiffsmühle ein. Zwar reichte die Zeit nur für ein paar Fotos und einige geschichtliche Erläuterungen durch unseren Vorsitzenden Herbert Jack, denn die Gruppe hatte noch 60 Kilometer durchs Ried und durch Rheinhessen vor sich. Dennoch waren die Freizeitradler von der Mühle beeindruckt, und viele nahmen sich vor, bei Gelegenheit zu einem längeren Besuch wieder zu kommen.
Über den Teilnehmerkreis hinaus war diese Veranstaltung sicher eine gute Werbung für uns, denn sie war in der ADAC-Mitgliederzeitschrift ausgeschrieben worden und hatte somit einen sehr großen Personenkreis erreicht. Mehr noch: Als einzige Sehenswürdigkeit längs der Route hatte man die Schiffsmühle für würdig erachtet, mit einem Foto geadelt zu werden. Es ist also damit zu rechnen, dass noch zahlreiche „Nachahmer“ zu uns aufbrechen.








